Frauen im Mittelalter

Am 24. Mai 2019 besuchten die Schüler der 2. Klassen die Sonderausstellung “Frauenleben im Mittelalter” im Volkskindehaus Ried/I. Das mittelalterliche Frauenbild, ihre zahlreichen Aufgaben und die untergeordnete gesellschaftliche Stellung von Frauen in dieser Epoche wurde durch zahlreiche Schaubilder vermittelt. Vielfältig war die Rolle der Frau als Nonne, Heilerin, Bäuerin, Handwerkerin und Händlerin. Bis ins späte Mittelalter lebte der Großteil der Bevölkerung auf dem Land. So hatten die Frauen neben der Feldarbeit und der Versorgung des Viehs auch für die Familie zu sorgen. Kleidung anfertigen, Wasser holen, Brennholz sammeln, Wäsche waschen, Mahlzeiten zubereiten, Bier brauen und meist viele Kinder versorgen – durch dieses harte Leben starben die Frauen oft früh im Kindbett oder an Auszehrung. Nur durch den Gang ins Kloster konnte man diesem harten Leben entgehen, was aber nur Frauen der oberen Schichten möglich war.
Nonnen waren meist auch die einzigen Frauen, die eine Ausbildung erhielten.
Während der Führung wurde besonders auch die rechtliche Situation der Frau im Mittelalter aufgezeigt und mit der Stellung und den Rechten der Frau in der heutigen Zeit verglichen.
“Leg einen Zahn zu”, “Da ist Hopfen und Malz verloren” und “Der hat den Löffel abgeben” -  der Ursprung dieser Sprichwörter liegt auch im Mittelalter und die Schüler kennen nun ihre Bedeutung.
Auch eine Halsgeige konnte auspropiert werden. Einer verurteilten Person wurde die Halsgeige umgelegt, woraufhin sie damit durch die Stadt geführt oder an den Pranger gestellt wurde. Somit  waren sie dem Spott der Mitbürger ausgesetzt und konnten gedemütigt werden.
Gemeinschaftsofen zum Brotbacken (Foto: Jaques Dalarun - Das leuchtende Mittelalter)

Irmgard Kreuzhuber